Hier bekommst du exklusive Tipps, was Polemik wirklich bedeutet und wie du es verwenden kannst

 

2 Leute unterhalten sich - Polemik

 

Wenn Verstand und Unverstand sich berühren, so gibt es einen elektrischen Schlag. Das nennt man Polemik.

Friedrich von Schlegel

 

Polemik Was ist das

 

Du hast sicher auch schon einen starken Meinungsaustausch gesehen, wo sich politischen Akteure  nicht immer sachlich unterhalten wird und es nicht nur um die Diffamierung des anderen geht. Wo es darum geht, die Fehler aufzuzeigen, aber mit einer bösen Bemerkung oder eine Diffamierung des Gegners. In diesen Fällen spricht man von Polemik.

 

Das Wort geht zurück in die Antike, wo von einem sachlichen Streit und einem starken Meinungsaustausch die Rede ist.  Häufig wird mit der

  • Übertreibung,
  • der Ironie
  • und einer spitzen Bemerkung

gearbeitet.

 

Diese Auseinandersetzungen sind immer verbunden mit einem scharfen Wort und einer starken Auseinandersetzung Wenn du selber Polemik anwenden willst, dann setzt du dich nicht mehr in der Sache mit deinem Gegner auseinander, sondern versuchst in zu diffamieren und niederzumachen.

 

Polemik Beispiel

 

Ein bekanntes Beispiel sind die 2 Streithähne Franz Josef Strauss und Herbert Wehner im Bundestag.

 

Herbert Wehner - Polemik

 

 

Herbert Wehner soll mal im Bundestag folgendes gesagt haben

„Strolch“, „Quatschkopf“, „Dreckschleuder“, „Schleimer“:

 

Auch andere Zitate von anderen Politikern sind reine Polemik und somit eine scharfe Meinungsverschiedenheit

“Ihre Aussage trifft den Kern der Aussage von Joseph Göbbels”

Diese Aussage ist eine starke Meinungsaussage, die das Argument nicht entkräftet, sondern den Redner diffamiert. Solche Übertreibungen können nicht nur das Klima der Debatte aufheizen, sondern auch für eine Verrohung und ein Nachteil des Redners ausgelegt werden.

 

Was ist das Ziel der Polemik

 

Zielscheibe der Polemik

 

Der Polemiker versucht, seinen Gesprächspartner in seinem vorgebrachten Argument zu diffamieren und sich nicht damit auseinander zu setzen oder klar Stellung zu beziehen. Es geht in diesem Wortgefecht einzig und allein darum als Sieger des Streitgesprächs hervorzutreten. Auch einige Aspekte einer sachlichen Argumentation können beinhaltet sein. Aber es geht viel mehr darum, die Glaubwürdigkeit und die Persönlichkeit zu treffen und ihn dadurch zu schwächen.

Eine solche Diskussion wird oft in emotionalen Themen verwendet, um dann am Ende den Gegner zu demaskieren und klein zu reden.

Sie sind doch nicht besser als die rot lackierten Faschisten.

Eine Gefahr besteht dadurch, das die Polemik auch schnell als Beleidigung angesehen werden kann und eine sachliche Diskussion über ein Thema nicht mehr möglich ist.

 Wie sollte diskutiert werden

 

Wie ich schon oft geschrieben habe in der Schlagfertigkeit, ist eine Auseinandersetzung in der Sache nicht nur richtig, sondern auch wichtig. Auch Gegenargumente sollten mit einbezogen werden. Aber Diffamierungen und Ausgrenzungen sind nur dazu da, die eigenen Argumente hervorzuheben, die manchmal nicht zum gewünschten Ziel führen. Auch eine kleine Argumentationslinie und keine guten Begründungen können dazu führen, das man ausfällig und ausfallend wird.
2 Personen streiten sich - Polemik

Ich möchte dir nicht sagen, das Polemik generell was Schlechtes ist. Aber es ist immer deine Entscheidung, ob du auf das Stöckchen vom Gegner anspringen möchtest.

Dieses sogenannte Stöckchen hält dein Gegner immer hin und schaut, wie du reagierst. Also wie reagierst du dann:

 

  • mit einer etwas höheren Stimme und guten und klaren Argumenten
  • beleidigend
  • oder mit den gleichen Mitteln wie dein Gegner
Du siehst auf was ich hinaus möchte.
Du bist das Spiegelbild deines Gegner. Sobald er lauter wird, erhöhst du auch deine Stimme und begibst dich auf sein Niveau. Wenn er laut und ausfallend wird, möchtest du am liebsten mit der gleichen Keule dagegen treten.

 

Wie kann ich das vermeiden, das der andere beleidigend wird ?

 

Vermeiden kannst du nur deine Sprechweise und Art und Weise, wie du deinen Vortrag hältst. Du kannst deine Vorstellungskraft und deine Positionierung bei einer Polemik wieder aufrechterhalten.

Das heißt:

  • du ganz ruhig und gelassen
  • deine Körperhaltung sollt immer aufrecht sein
  • dein Rücken gerade und dein Gesicht schaut nach vorne

Genau in dieser Ausgangslage stellst du die rhetorische Frage:

 

“Ich kann mich nicht dran erinnern, das ich so ausfällig geworden bin.”

“Sehr geehrter Herr/Frau, eine tolle Polemik haben sie jetzt vorgeführt. Könnten wir jetzt zur Sachlichkeit zurückkommen”

 

Das macht einen besseren Eindruck, als die Art und Weise, so sauer und wütend auf den Gegner zu reagieren und seiner Anwürfe. Du musst dir immer wieder im Kopf durchspielen, das dein Gegenüber jetzt in dieser Lage eine Reaktion vorführt, die dich in deiner Person nicht speziell betrifft. Er reagiert in seinen Gedanken so sauer und signalisiert das über seinen Körper. Deshalb solltest du es dir nicht zu Herzen nehmen.

 

Ok, was lernen wir jetzt daraus. Die Gedanken und die Wutausbrüche von deinem Gegenüber und seine Diffamierungen haben überhaupt nichts mit dir zu tun. Es ist und bleibt das Spiegelbild seines Weltbildes.

Das heißt aber auch, das du auch auf solche Diffamierungen verzichten solltest und auf eine sachliche und konstruktive Kritik seiner Argumente eingehen solltest.

 

In welchen Fällen ist Polemik sinnvoll ??

 

Es gibt nicht den komplett richtigen oder falschen Weg. Immer musst du abwägen, ob das gesagte die andere Person diffamieren könnte. Oder ob du damit Missstände aufzeigen möchtest auf deine Art und Weise.

Diesen Weg musst du ganz alleine entscheiden. Eine gute Möglichkeit von mir ist es, wenn ich direkt auf einen Missstand aufzeigen möchte, ohne das ich eine Person direkt angreifen.

 

 

Beispiele bei der Polemik

“Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin überrascht, das es keiner geschafft hat von der Verwaltung, das Taubenproblem zu lösen. Erst die Brücke, die marode ist. Dann die Altbauhäuser, die bald zusammen fallen. Dann die Schulen, wo es in den Klos stinkt. Ich warte nur noch, das die Verwaltung zu macht, weil es dort auch überall müffelt und stinkt. Wenn sie so weiter machen, sind die auf den Weg, ein richtiger Misthaufen zu werden. Also kann ich dann sagen: von der Kita bis zur Verwaltung ein Misthaufen.”

 

 

Hier ist eine starke polemische Rede, die völlig in Ordnung ist. Wie du stark erkennen kannst, habe ich keinen direkt beleidigt oder heruntergezogen. In diesem Zusammenhang habe ich verschiedene Missstände aufgezählt, aneinandergereiht und letztlich den Ball zurückgeworfen an die Verwaltung. Sollten die Probleme weiter bestehen, ist es kein Wunder, wenn es in der Verwaltung genau so stinkt. In dem Fall musst du dir aber klar machen, welche Reaktionen auf dich zukommen und mit was du rechnen musst.

 

Ein ähnliches Beispiel ist von Bernd Lucke, der das gleiche Schema verwendet.

 

Das Waldsterben, die Nato-Nachrüstung, der Klimawandel, der Zusammenbruch des Euro – wir müssten eigentlich von einer Katastrophe zur nächsten wanken. Das meiste aber hat sich als völlig überzogen herausgestellt, als bloße Schauergeschichte und Lügenmärchen, mit dem die Unwissenden eingeschüchtert und der Herrschaftsanpruch der Alternativlosigkeit. 

 

Er hat 4 verschiedene Szenarien aneinandergereiht, die nicht funktioniert haben. Dadurch kommt er zum Schluss, dass es nicht richtig läuft. Mit einem weiteren Satz, geht er noch mal darauf ein, dass es völlig überzogen und Lügenmärchen sind!”

 

In diesen beiden Fällen ist eine Polemik ganz angepasst und sinnvoll. Es gibt verschiedene Methoden, eine polemische Rede aufzubauen, die scharf ist, aber nicht beleidigend !

1. Möglichkeit

  • Missstände hintereinander aufzählen (“Waldsterben, Vogelhaus”u.s.w.)
  • Folgen aufzählen, was passiert ist (“weniger Lebensqualität, mehr Abholzungen”)
  • Ball zurückspielen und den Betroffenen bloßstellen (“ich hoffe, das es schneller gelöst würde, wenn sie das Problem persönlich hätten)

2.Möglichkeit

  • Misstände und Lügen aufzuzählen (“Sie haben gelogen… sie haben dort gelogen”)
  • Was folgere ich daraus (Sie haben sich disqualifiziert für das Amt)
  • Eine spitze Bemerkung nachschieben (“Das wäre genauso als wenn ein Betrüger die…. leiten würde)

 

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, um bissige und scharfe Meinungen abzuschießen und Giftpfeile zu verteilen, ohne beleidigend zu werden.

 

Ich freue mich, wenn dir dieser Beitrag gefallen hat. Wenn du noch weitere tolle Informationen bekommen möchtest, dann trage dich in meinen Newsletter ein oder kaufe meinen Rhetorik-Kurs.

 

Ich wünsche dir bestmöglichen Erfolg. Mit kommunikativen Grüßen.

Dein Stephan Pinkwart

 

Selbstbewusstsein stärken  Körperhaltung   Verletzende Sprüche  Überzeugen

Wehner-bild

Stephan ist Coach aus Leidenschaft, Gründer des Blogs Rhetorik lernen. Er zeigt dir, wie du Selbstbewusstsein massiv aufbauen kannst, schlagfertig wirst und alles erreichen kannst im Leben. Er verfolgt die Ansicht das es jeder schaffen kann, sein Leben so aufzubauen wie es sich jeder erträumen kann. Nur mit der richtigen Rhetorik und einer guten Argumentation. Mit den Praxiserfahrungen und Methoden, die er sich über Jahre antrainiert hat, motiviert er andere besser zu werden und ihre Angst zu überwinden. Unter seiner Webseite gibt es noch weitere Tipps, um perfekt seine Rhetorik zu lernen, unter www.rhetorik-lernen.net

Stephan Pinkwart
 

Stephan ist Coach aus Leidenschaft, Gründer des Blogs Rhetorik lernen. Er zeigt dir, wie du Selbstbewusstsein massiv aufbauen kannst, schlagfertig wirst und alles erreichen kannst im Leben. Er verfolgt die Ansicht das es jeder schaffen kann, sein Leben so aufzubauen wie es sich jeder erträumen kann. Nur mit der richtigen Rhetorik und einer guten Argumentation. Mit den Praxiserfahrungen und Methoden, die er sich über Jahre antrainiert hat, motiviert er andere besser zu werden und ihre Angst zu überwinden. Unter seiner Webseite gibt es noch weitere Tipps, um perfekt seine Rhetorik zu lernen, unter www.rhetorik-lernen.net

  • Hallo Barbara,

    danke für dein Kompliment 😉

    So wie ich den Gegner treffe, so schießt er auch zurück. Natürlich ist eine sachliche Polemik an einigen Stellen sehr wirkungsvoll, was keiner abstreiten kann. Aber die scharfe Polemik von Herbert Wehner im Bundestag hat schon gezeigt in einen Zügen, wo die Grenzen sind. Das war sein Spiegelbild, so zu reagieren. Das war seine Macht als Fraktionsvorsitzender. Aber den politischen Gegner so zu denunzieren ist bestimmt nicht die feine englische Art, wie man so gerne sagt.

    Alright und kommunikativen Erfolg

    Stephan

  • Diese bissige Polemik mag ich so überhaupt garnicht. Und es stimmt, dass sie etwas über den Verfasser dieser Worte aussagt. Er möchte einfach nur treffen. Das habe ich glücklicherweise schon lange nicht mehr erlebt. Aber ich denke, das hat auch etwas mit dem eigenen Selbstbewusstsein zu tun. Wenn du selbstbewusst bist (und nicht in der Politik 😉 ) dann wirst du das höchstwahrscheinlich nach dem Spiegelprinzip auch so nicht erleben.

    Herzliche Grüße
    Barbara

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